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Analyse der Ursachen des Irakkrieges:
Die USA stellen die Souveränität von Staaten in Frage.
Vorwort: Vorab sei deutlich gesagt, dass der Irak gem. der UN Resolution 1441 abrüsten muss und der Diktator Hussein keinen Wert auf Menschenrechte legt und auch die eigene Bevölkerung nicht schonte. Aber hat der Irak hat mit der Zerstörung der Al-Samud-Raketen begonnen. Nach Aussagen von Chef Inspektor Hans Blix rüstet der Irak ab und die Abrüstung wäre in wenigen Monaten abgeschlossen. Der unmittelbar bevorstehende Krieg gegen den Irak ist ein eindeutiger Verstoß gegen das Völkerrecht. Insbesondere die USA, England und Spanien nehmen den Tot hunderttausender unschuldiger irakischer Frauen, Kinder und Greise billigend in Kauf. Die irakische Bevölkerung hat durch das UN Embargo bereits unter unglaublichen Entbehrungen gelitten, so ist die Kindersterblichkeit eine der höchsten auf dieser Welt. Warum hat die Weltöffentlichkeit hier weggeschaut? Viele Fragen und das Gefühl der Ohnmacht machen sich bei uns allen breit. Daher müssen gerade jetzt die Rechtschaffenden und den Menschenrechten verpflichteten Menschen dieser Welt gegen das Unrecht antreten. Diesen Menschen Antiamerikanismus zu unterstellen ist dabei einer der traurigen Meilensteine auf dem Weg zum Krieg gegen den Irak, dem nach Aussagen der USA in Kürze weitere Länder gehen müssen. Die nachfolgende PM, ist der Versuch, auf einige Zusammenhänge und Details hinzuweisen:
Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Diese Zitat von Clausewitz ist, zur Überraschung der Weltöffentlichkeit, durch die amerikanische Regierung wieder aktueller denn je. Durch ihre Haltung für einen Krieg gegen den Irak und der irakischen Bevölkerung, stellen die USA die von den Vereinten Nationen garantierte Souveränität von Staaten in Frage. Damit missachten und untergraben sie das Gewaltmonopol der UN, welche das alleinige Recht hat, militärische Sanktionen anzuordnen, um das System der kollektiven Sicherheit, also die internationale Stabilität, zu verteidigen. Damit schafft die Weltmacht USA einen bisher einmaligen Präzedenzfall und verdeutlichen gleichzeitig die Ohnmächtig- und Unfähigkeit der Vereinten Nationen. Diese unverantwortliche Politik wird zu unüberschaubaren Risiken im Pulverfass des Nahen Ostens führen. Auch werden 1,2 Mrd. Moslems sicherlich nicht tatenlos zusehen, wie die USA den gesamten Nahen Osten besetzten werden. In den westlichen Industrieländern wird der Krieg aufgrund der kräftig anziehenden Ölpreise und der zurückgehenden Investitionen die wirtschaftlichen Probleme, wie z.B. einer steigenden Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen Mehrausgaben für die sozialen Sicherungssysteme, verstärken. Alle weiteren von den USA bedrohten Länder, wie Syrien, Iran, Nordkorea, werden einen Wettlauf der atomaren chemischen und biologischen Aufrüstung starten, um sich gegen die von der Bush Regierung geplanten Angriffe zuschützen (s. US Demokratisierungsplan der USA für den Nahen Osten). Die Vereinten Nationen werden also nachhaltig geschwächt, haben sich doch als unfähig erwiesen, die Souveränität von Staaten zu gewährleisten. Dies wird eine Dekade des Wettrüstens sowie zu einer international instabilen Sicher-heitslage führen.
Nachdem auf den Azoren die letzten Vorbereitungen für einen Krieg gegen den Irak getroffen worden sind, deuten alle Zeichen auf einen militärischen Angriff in den nächsten Stunden hin. Diese Haltung ist ja bereits durch die Kriegsrhetorik wie z.B. die Achse des Bösen muss vernichtet werden, Kreuzzug gegen das Böse, es ist genug geredet worden, der Angriff wird hart und brutal werden usw. deutlich geworden. Der massive Truppenaufmarsch am Golf sowie dem bereits seit Monaten währenden Bombardement von Briten und Amerikanern in den Gebieten der nördlichen und südlichen Flugverbotszonen im Irak und nicht zuletzt der aktuelle Aufmarsch von Luftlandedivisionen in Kuwait sowie letztlich auch die größte Einberufung von Reservisten seit dem Vietnam-krieg. Laut Aussagen der UN werden ca. 500.000 bis zu 1 Mio. Zivilisten, insbesondere Frauen, Kinder und Greise, den Tod durch diesen Krieg finden, oder zu Kriegskrüppeln geschossen. Weiterhin ist mit einer Flüchtlingswelle von ca. 4 Millionen Menschen zurechnen, die in erster Linie die Staaten der EU auffangen müssen. Die Kosten des Wiederaufbaus des Iraks werden sich auf ca. 200 Mrd. Dollar belaufen, wovon die Amerikaner aber nur 20 Mrd. Dollar aus eingefroren irakischen Konten finanzieren werden. Die Antwort, wer für die restliche Summe aufkommen wird, haben die USA bislang nicht erklärt. Laut UN Satzung müssten sie jedoch aufzeigen, wie der Wiederaufbau finanziert wird. Hat die Bundesregierung bislang in der Irak-Frage eine bewundernswerte Haltung an den Tag gelegt, indem sie sich für eine friedliche Lösung des Konfliktes eingesetzt haben, so mehr enttäuschen sie jedoch doch durch ihre getätigte Versicherung gegenüber den USA, beim finanziellen Aufbau des Iraks erhebliche Mittel zur Verfügung stellen zu wollen, ohne dafür jedoch Gegenleistungen einzufordern. Damit werden die USA geradezu zur militärischen Intervention im Irak ermutigt, weil sie nicht für die Folgekosten aufkommen werden und wollen. Dies ist seitens der Bundesregierung ein fataler Schritt, den letztlich die deutschen Steuerzahler teuer bezahlen werden. Dagegen haben sich die USA, im Jahr 2002, allerdings von der irakischen Exilregierung, die sie jährlich mit 30 Millionen Dollar unterstützen, das alleinige Exklusivrecht zur Ausbeutung der irakischen Ölquellen geben lassen, um so die Kosten ihres Krieges erstattet zu bekommen.
Von der breiten Weltöffentlichkeit in ihren Auswirkungen bislang noch überhaupt nicht eingeordnet, wird die Weltmacht USA nach ihrer Besetzung des Iraks, über 50 Prozent der weltweiten Erdölreserven (Kuwait ca. 9 und Saudi Arabien 25, Irak nach neusten Erkenntnissen über 15 Prozent) verfügen. Dies ist im Hinblick auf die sich innerhalb der nächsten 30 Jahren abzeichnenden Verknappung der Erdölvorräte ein unschätzbarer strategischer Vorteil, damit entscheiden die USA, wer zukünftig Erdöl erhalten wird und wer nicht. In den USA werden die Vorteile eines Krieges und eine Besetzung des Iraks, im Zuge der sog. imperialen Debatte, auch offen diskutiert bzw. der Weltmachtanspruch der USA an den Ölquellen als legitim erachtet. Geistige Väter dieses Weltmachtanspruches sind u.a. Samuel Huntigten, Verfasser des Buches "Kampf der Kulturen", und Berater der US Regierung. Huntigton vertritt die Position, dass die USA, zur Rechtfertigung ihrer exorbitanten Rüstungsausgaben und ihren Defiziten z.B. in der sozialen Absicherung ihrer Bevölkerung wie z.B. in der Krankenversicherung, wo über 40 Mill. Amerikaner über keinerlei Versicherungen verfügen, oder der z.T. völlig desolaten Infrastruktur, nach dem Ende des kalten Krieges dringend ein neues Feindbild benötigten. Nach Huntigtons Ansicht eignen sich dafür am besten die Moslems, die nach seiner Ansicht weltweit einen homogenen Bevölkerungsblock darstellen, weil hier die öffentliche Meinung in den USA leicht zu beeinflussen ist. Fakt ist jedenfalls, dass Huntigtons Theorie, die in Europa lange nur belächelt und nicht für ernst genommen wurden, bei Militärs, Geheimdiensten, Erdöl- und Rüstungsindustrie sowie patriotisch eingestellten amerikanischen Politikern auf fruchtbaren Boden gefallen ist und zur Maxime der US Außenpolitik geworden sind (Anmerk.: Clinton wollte Huntigton nicht folgen). Der kürzlich verkündigte Plan der US Regierung, zur Lösung des israelisch- palästinensischen Konfliktes, den gesamten Nahen Osten, zum Zwecke der Demok-ratisierung, u.U. zu besetzten, reiht sich in die, in den USA, geführte Debatte ein. Der Iran soll z.B. vom Irak aus destabilisiert werden, das Regime in Saudi Arabien soll ausgewechselt werden, Syrien ebenfalls mit militärischen Konsequenzen rechnen. Dieses Ansinnen ist an Naivität und Inkompetenz in der Verkennung der Situation im Nahen Osten nicht mehr zu überbieten. Denn seit dem zweiten Golfkrieg von 1991 genießen die USA in der arabischen Welt keinerlei Vertrauen mehr, hatten sie doch seinerzeit, den arabischen Bündnispartnern für deren Unterstützung, eine Lösung des Nahost-Konfliktes zugesichert. Ziel der gemeinsamen Absprachen war die Schaffung und Sicherung eines unabhängigen palästinensischen Staates. Entsprechende diplomatische Initiativen seitens der USA wurden nie ernsthaft verfolgt bzw. stießen stets auf den Widerstand der israelischen Regierung.
Wenn es den USA tatsächlich nur um das weltweite Verbot von Massenver-nichtungswaffen ginge, wären zunächst andere Länder wie Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel, zu entwaffnen, die wiederrechtlich über Atomwaffen verfügen und damit gegen den international gültigen Vertag zur Nichtweiterverbreitung von Kern-waffen (NPT von 1968) erstoßen. Wo bleibt hier der Protest der Bush Regierung gegen diese Staaten? Denn der NPT Vertrag legitimiert den Besitz von Atomwaffen lediglich den USA, China, Frankreich, Russland und England. Im übrigen haben die USA den internationalen Vertrag von 1993 zum Verbot chemischer Waffen bislang selbst nicht ratifiziert, weil sie die Überwachung ihrer Anlagen durch UN Inspekteure ablehnen. Und mit vielen Diktatoren dieser Welt die sich nicht um Menschenrechte kümmern, arbeiten die USA auch vorbehaltlos zusammen, wenn es denn ihren Interessen dient. Dies wird der Weltöffentlichkeit verschwiegen und würde nicht in die Strategie passen, Diktatoren zu bekämpfen und sich als Retter von Menschrechten hinzustellen. Wie z.B. der Präsident des westafrikanischen Landes Ginea, Taore. Dieser hat sich kürzlich zum Diktator auf Lebenszeit ernannt. Herr Taore foltert, tötet und verfolgt die Opposition im eigenen Lande gnadenlos. Dies hindert die USA aber nicht daran, Taore jährlich mit ca. 3 Mrd. US Dollar zu unterstützen und militärische Berater zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug erhalten die USA das Recht, die im Lande geförderten Bodenschätze weit unter dem Weltmarktpreis zu beziehen. Aber auch der enorme Schuldenstandes der USA gegenüber den übrigen Ländern dieser Welt nimmt Besorgniserregende Dimensionen an. So nehmen die USA täglich 200 Mill. Dollar auf den internationalen Kreditmärkten auf. Ökonomen weltweit ist es rätselhaft, wie diese gewaltigen Summen je wieder zurückbezahlt werden sollen. So unterrichteten Chinesen und Russen den amerikanischen Vertretern auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos, dass man aufgrund dieser Tatsche kein Vertrauen mehr in die US Ökonomie hat und das sie ihre Dollardevisenbestände jedes Jahr um ca. 9 Prozent abbauen werden.
Was treibt die amerikanische Regierung, den Irak auch ohne ein entsprechendes UN Mandat anzugreifen? Sind die Gründe wirklich nur in dem Anschlag vom 11. September zu suchen, wie ja vielfach argumentiert wird? Oder gibt es vielleicht ganz andere Gründe für die Amerikaner den Irak anzugreifen? Geht es vielleicht um die strategische Ölsicher-ung für die amerikanische Wirtschaft, also letztlich um einen Rohstoffkolonialismus ?
Die Berichterstattung der letzten Wochen verdeutlicht die Einseitigkeit der Medien. Die amerikanische Regierung hat es sehr gut verstanden über CBS, NBC usw. eine weltweite PR-Kampagne für den Krieg aufzubauen, trotz äußerst schwacher Argumente. Und wer erinnert sich denn noch an den letzten Golfkrieg und das kuwaitische Mädchen, dass vor dem Weltsicherheitsrat erklärte, irakische Soldaten hätten Kinderkliniken gestürmt und Säuglinge getötet? Das ganze erwies sich im übrigen später als Fälschung. D.h. die derzeitige Medienberichterstattung ist äußerst einseitig, massive Kosteneinsparungen, die Schnelligkeit sowie die Kurzlebigkeit der Berichterstattung durch die neuen technischen Möglichkeiten zeigen ihre Wirkung. Wie weit muss eine Demokratie gesunken sein, wenn Reporter in den USA, die kritische Anmerkungen zum vorgehen der Regierung publik machen, kurzerhand entlasen werden, weil sie nicht mehr in das patriotische Amerika passen? Soviel zur Glaubwürdigkeit und Objektivität der Berichter-stattung der Medien.
Isolationismus und Interventionismus beschreiben seit Jahren die Außenpolitik der USA. Doch während des kalten Krieges war eine Kritik an der amerikanischen Außen-politik, insbesondere für die westeuropäischen Länder, tabu, um das gemeinsame Ziel, die Bekämpfung des Kommunismus, nicht zu gefährden. Rumsfeldt beschrieb den aus Sicht der USA erfolgten Tabubruch kürzlich so: "Die Vasallen sollen das tun, was sie immer getan haben, nämlich das was wir ihnen sagen". Dieser Satz spiegelt das Unverständnis der Amerikaner gegenüber vielen europäischen Regierungen wieder, die sich aufgrund ihrer geschichtlichen Entwicklung klar zu Menschenrechten sowie zur Souveränität von Staaten bekennen. Um das derzeitige Verhalten der Amerikaner nachzuvollziehen, lohnt es sich, einmal einen Blick auf die Leitlinien der amerikanischen Außenpolitik zuwerfen:
1 . Die isolationistischen Elemente der amerikanischen Außenpolitik äußern sich u.a. in: ? die nicht Ratifizierung des Protokolls von Kioto zur Reduzierung des weltweiten CO 2 Ausstoßes durch die USA. Als einer der größten Emittenten von Co2 ist dies für die weitere Klimaentwicklung natürlich fatal. ? Die fundamentale Opposition der USA während des Weltgipfels in Johannesburg im Jahr 2002, als es um die Festlegung von weltweiten Strategien zum Ausbau erneuer-barer Energien ging, sowie der nicht erfolgte Beitritt der USA zum Artenschutz. ? Das 1996 aktualisierte UN Minenprotokoll im Rahmen der Abrüstungsverhandlungen wurde bislang ebenfalls nicht von den USA unterzeichnet, weil die USA im Rahmen ihrer Kriegsführung nicht auf den Einsatz von Land und Personenminen verzichten wollen. ? Der internationale Strafgerichtshof in Den Haag der zur Aufklärung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit beitragen soll wird von den USA nicht anerkannt, weil sie es ablehnen, dass z.B. amerikanische Soldaten für ihre in Kriegen getätigten Verstöße gegen die Menschenrechte zur Verantwortung gezogen werden. Aktuelles Zitat von Bush: "Sollte je ein amerikanischer Staatsbürger zur Verantwortung gezogen werden, würden wir nicht zögern, unsere Leute zu befreien, wenn nötig auch mit Waffengewalt". ? Missachtung der Genfer Kriegskonvention zur Behandlung von Kriegsgefangenen durch dioe USA auf dem US Stützpunkt Guantanamobay auf Kuba, wo das amerikanische Militär 800 Talibankämpfer gefangen hält. ? Kündigung des SALT II Vertrages mit Russland, zur Begrenzung der strategischen Rüstung und damit ist auch der ABM (Anti Balistic Missile) Vertrag von 1972 hinfällig. Der es den USA bislang nicht ermöglichte, ein nationales Raketenabwehrsystems (NMD) zu installieren. Mit dem NMD (z.Z. im Aufbau) sind die USA für Raketenangriffe quasi unangreif-bar geworden.
2. Der Interventionismus der amerikanischen Außenpolitik zeiht sich wie ein roter Faden durch die Geschehnisse der Weltpolitik und kommt immer dann zum Einsatz, wenn es gilt, amerikanische Interessen wie z.B. wirtschaftliche, finanzielle oder strategische abzusichern. So wurde der Militärputsch in Chile mit finanzieller und logistischer Hilfe der amerikanischen Geheimdienste durchgeführt, der gewählte Präsident Allende getötet. Es ging letztlich um die Sicherung der amerikanischen Investitionen in die Kupfer-und Sal-peterminen. In Nicaragua wurde u.a. interveniert, weil die amerikanische Fruit-Company ihre Investitionen durch die drohende Kollektivierung ihrer Plantagen als gefährdet ansah. Aber auch wenn es um den Einsatz von modernen Kommunikationsmitteln geht, sind die USA Vorreiter auf diesem Gebiet, u.a. durch ihr weltweites Abhörsystem Echelon, welches es ihnen ermöglicht, sämtliche Daten (Fax, Telefon, Handy, E-Mail usw.) in der ganzen Welt abzuhören, aufzuzeichnen und auszuwerten. Die US Administration führt eine systematische staatlich organisierte Industriespionage, u.a. im Bereich der Halbleiter-technologie, regenerative Energien, Kommunikationstechnik, Wehrtechnik, durch. Im besonderen Fokus von Echelon stehen Deutsche Unternehmen. So hat die Bundes-regierung bereits mehrfach auf diese Gefahren hingewiesen, weil sie mittlerweile zu erheblichen finanziellen Schäden für die Volkswirtschaft führen. Auf die Beschreibung weiterer Interventionen (Mogadischu, Somalia, Grenada, usw.) soll hier verzichtet werden.
Fazit: Die USA als die dominierende Weltmacht werden auch zukünftig keine Rücksicht auf internationales Recht nehmen und ihre Interessen, gemäß ihrer außenpolitischen Maximen Interventionismus und Isolationismus, durchsetzen. Durch ihren Angriff auf den Irak werden die USA ihren moralischen Führungsanspruch in der Welt weitgehend verlieren Die Geschichte lehrt uns allerdings, dass diese Art von Politik irgend wann einmal auf Widerstände stoßen wird. Insbesondere wenn die USA, wie geplant, weitere Staaten im Nahen Osten angreifen werden. Ergebnis wird eine chaotische Sicherheitslage sein, begleitet von weltweiten Terroranschlägen, rasant steigenden Ölpreisen, mit den bekannten Auswirkungen. Die Vereinten Nationen sind derzeit geschwächt. Hieraus hat die Staatengemeinschaft entsprechende Lehren zu ziehen. Wenn die VN zukünftig nicht mehr die Souveränität von Staaten garantieren können, sind sie in ihrer Existenzberechtigung bedroht und müssen durch andere Instrumente ersetzt oder zu mindestens entsprechend ergänzt werden. Die europäischen Länder haben sich als unfähig erwiesen, eine gemeinsame außenpolitische Linie zu vertreten. Die aktuelle Krise zeigt umgehenden Handlungsbedarf auf. Die Idee des französischen Präsidenten, jenen Ländern die nicht im Kontext mit der EU handeln finanzielle Mittel zustreichen, sollte nicht einfach verworfen werden. Im Rahmen einer Definition einer gemeinsamen europäischen Außenpolitik, die Menschrechte sowie die Souveränität von Staaten zum Ziel haben sollte, ist zu akzeptieren, dass die Ansichten zwischen Europäern und Amerikanern nicht zwangsläufig deckungsgleich sein müssen. Die zukünftige ökonomische Macht Europas muss, wenn sie Bestand haben soll, sich auch in einer entsprechende Außenpolitik wiederspiegeln. Aber auch die Bundesrepublik wird ihre Ziele und Interessen in der Außenpolitik um-fassender formulieren müssen. Wobei die Bekämpfung des internationalen Terrorismus zur Beschreibung einer zukünftigen Außenpolitik nicht ausreichend ist. Denn wie soll mit den europäischen Partnern eine kontinuierliche Außenpolitik verfolgt werden, wenn die eigene Position unklar ist. In ihrer Weigerung eines Kriegsautomatismus gegen den Irak hat die rot-grüne Regierung sich auf die Seite der Menschrechte und der Souveränität von Staaten gestellt. Diese Haltung verdient Respekt und Anerkennung und hätte vielen Hundertausenden irakischen Zivilisten das Leben gerettet. Bezüglich des finanziellen Engagement für den Weideraufbau des Iraks sowie der Kriegskosten sollte die Staatengemeinschaft die Kriegsbefürworter wie die USA, England, Spanien, Polen und Australien in die Pflicht nehmen und nicht leichtfertig mit dem Checkbuch auftreten. Ansonsten werden Angriffskriege um Rohstoffe, territoriale Grenz-korrekturen und die Lösung von ethnischen Konflikten in dieser Welt bald zur Regel werden.
Ergebnis vom Arbeitskreis für Arbeitnehmerfragen (AfA) in Emden zum Thema Irak Krieg!
Mit solidarischen Worten,
Andre Hinrichs (Ver.di Jugendsekretär)
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